Stadtquartier "Im Lehen", Schwäbisch Hall

Anlass der Planung ist das Freiwerden des Areals zwischen „Gräterweg“ und „Im Lehen“ durch den Umzug des Polizeireviers. Auf dem Gelände soll ein zukunftsfähiges und innovatives Wohngebiet entstehen, das vielfältige Formen des Wohnens aanbietet und den heutigen Ansprüchen an ein modernes Wohnquartier entspricht. Der vorliegende städtebauliche Entwurf für das Gebiet sieht für die Bespielung des Geländes vier Gebäudetypen vor, die je nach Bedarf mit einem frei variierbaren Wohnungsmix ausgestattet werden können. Trotz der Begrenzung auf vier Grundtypen im Rohbau kann so maximale Vielfalt entstehen. Der dargestellte Entwurf zeigt eine Unterteilung der Typen in den derzeit gewünschten Wohnungsmix, der aber jederzeit verändert werden kann. 

Die Innenhöfe der Cluster stellen semi-öffentliche Freiräume dar. Einerseits erfüllen sie die Funktion als Erschließungsfläche für die Wohnungen und als Feuerwehraufstellflächen. Es sollen aber auch identitätsstiftende Aufenthaltsräume entstehen – jeder der vier Innenhöfe mit seinem spezifischen Repertoire an Materialien, Ausstattung und Bepflanzung. Es sind Sitzmöbel und Spielmöglichkeiten für Kleinkinder vorgesehen. Den Erdgeschoßwohnungen sind private Freibereiche vorgelagert – kleine Gärten oder Terrassen, die einen Puffer zu den halböffentlichen Bereichen darstellen.

Im Schnittpunkt der Erschließungsachsen entsteht ein kleiner zentraler Quartiersplatz. Schattige Sitzmöglichkeiten unter Bäumen, ein kleiner Spielplatz und das benachbarte Quartierscafé erzeugen eine angenehme Aufenthaltsqualität. An der Crailsheimer Strasse entsteht ein neues Entrée für Fußgänger in das Quartier. Der Gehweg wird hier zu einem kleinen Aussichtspunkt aufgeweitet.
Innerhalb des Areals werden die Wege trotz der starken Topographie stufenlos geführt. Die Geometrien und Wegebreiten erlauben eine Befahrung von Einsatzfahrzeugen der Feuerwehr. Unter der Oberfläche des öffentlichen Raums sind Rigolen vorgesehen. Sie dienen als Speichervolumen für das Niederschlagswasser der Dach- und Wegeflächen, das allmählich in den Untergrund versickern oder gedrosselt an die Kanalisation weitergeleitet wird.

 

Die Jury urteilt hierzu:
„Den Verfassern der Arbeit gelingt die Ausformung eines städtebaulich insgesamt robusten Gesamtkonzepts. Die städtebauliche Körnung erscheint für Ort und Lage im Stadtraum angemessen…
… Insgesamt zeichnet sich die Arbeit durch eine hohe Tiefenschärfe in der Bearbeitung aus und liefert durch Ihr robustes städtebauliches Quartierssystem verbunden mit Ihrer Qualität im Freiraum einen wertvollen Beitrag.“

 

 

Auslober Stauch Projektbau GmbH
Architekt YONDER Architektur und Design
Freianlagen PEYKER landschaftsarchitektur
Größe 13.000 m²
Städtebaulicher Ideenwettbewerb 2019, 1. Preis